Heißausbildung für Atemschutz-Geräteträger – Feuerwehr übt den Ernstfall

Realistische Heißausbildung und Training von Atemschutz-Geräteträgern in der feststoffbetriebenen, mobilen Brandcontaineranlage bei Nullsicht in Verbindung mit sicherheitsgerechtem Verhalten

HETTENHAUSEN

Am 4. und 5. September 2021 absolvierten 80 Atemschutz-Geräteträger aus den Feuerwehrbezirken II und III des Landkreises Fulda eine Heißausbildung in Hettenhausen.

Aus der „Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Gersfeld (Rhön)“ (Bezirk III) nahmen an der Heißausbildung insgesamt 11 Atemschutz-Geräteträger, darunter 2 Feuerwehrfrauen, teil.

Die Ausbildung führte die Firma Atemschutz Röser in ihrer mobilen Brandcontaineranlage auf dem Gelände der Einsatzabteilung der „Freiwilligen Feuerwehr Hettenhausen“ durch.

Die mobile Anlage bestand aus zwei Containern, die in L-Form aufgestellt wurden. Im Inneren warteten auf die Atemschutz-Geräteträger jede Menge Rauch und hohe Temperaturen, denn die ebenerdige Anlage wurde mit Holz befeuert.

Zwei Tage zuvor bekamen alle Teilnehmer eine theoretische Unterweisung, bei der nicht nur auf die Übung im Container eingegangen wurde. Das Ausbilder-Team gab viele nützliche Verhaltenstipps zum Verhalten bei der Personensuche oder der Brandbekämpfung im Innenangriff.

Beim praktischen Teil der Ausbildung kamen die Teilnehmer richtig ins Schwitzen. Im ersten Teil des Containers herrschten dauerhaft Temperaturen zwischen 80 und 120 Grad Celsius. Hier mussten die Atemschutz-Geräteträger eine Art Parkour (Übungsstrecke) durchlaufen, Dummys finden und retten sowie Gefahrenquellen entdecken und das alles dank des echten Brandrauches auch noch unter kompletter Nullsicht. Noch extremer wurde es im zweiten Teil der Anlage. Hier brannte das Feuer und man stand den Flammen direkt gegenüber. Es herrschten Temperaturen zwischen 300 bis 340 Grad Celsius. Die besondere Herausforderung für die Atemschutz-Geräteträger war die Nullsicht, denn sie sahen überhaupt nichts. Während des gesamten Durchgangs durch die Anlage wurden die Atemschutztrupps von ihren Ausbildern begleitet.

Im Anschluss an den Durchgang hatte jeder Trupp eine Nachbesprechung mit seinem Ausbilder. Hier wurden Fehler, mögliche Risiken, alternative Vorgehensweisen und Verbesserungsmöglichkeiten nachbesprochen.

Die Schwerpunkte der Heißausbildung lagen vorwiegend in der richtigen Türöffnungsprozedur, dem Schlauchmanagement, dem Absuchen von Räumen, der Personenrettung, der Wärmegewöhnung und dem richtigen Einsatz von Löschmitteln. Um die Teilnehmer für kommende Einsätze gut vorzubereiten führten die Ausbilder der Firma Röser alle Teilnehmer an ihre eigenen physikalischen und psychischen Belastungsgrenzen heran. Weiterhin lernten die Teilnehmer das Verhalten ihrer eigenen Einsatzbekleidungen unter realistischen Bedingungen kennen.

Ziel der Heißausbildung:
Bei dieser Heißausbildung erlernten die Teilnehmer die Vorgehensweise beim Innenangriff mit dem Schwerpunkt der Brandbekämpfung. Unter realistischen Einsatzbedingungen wurden der Umgang mit Hohlstrahlrohren, die sichere Vorgehensweise beim Innenangriff, das richtige Öffnen von „heißen Türen“ und die Wirkung von richtiger und falscher Löschtaktik bei der Brandbekämpfung vertieft.

Eine solche Brandübungsanlage ist für die Atemschutz-Ausbildung ein wahres Highlight. Für alle Teilnehmer war es, im wahrsten Sinne, ein heißes Wochenende.

Vielen Dank an das Team der Firma Atemschutz Röser, welche mit ihren großen Fachkenntnissen die Teilnehmer an diesem Wochenende begleitet haben. Ein besonderer Dank geht an alle Verantwortlichen und Beteiligten für die gelungene Ausbildungsveranstaltung sowie der „Freiwilligen Feuerwehr Hettenhausen“ für die Ausrichtung der Heißausbildung und Verpflegung an beiden Tagen.

(Jan Magerhans)